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Inhalt:           Wie ein Jahresmotto dich klug durch schwierige Situationen leiten kann
Hashtags:    #herzensglück  #jahresmotto  #rauhnächte  #13wünsche  #schwierigelebenssituationen
Podcast:      Dieser Blogbeitrag gibt es in den nächsten Tagen auch als Podcast.

 

Eigentlich wollte ich nur eine neue Frisur. Nichts anderes.
Nur einen schönen Haarschnitt. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich weiß noch genau, wie ich bei meiner Friseurin zum ersten Mal von den Rauhnächten gehört habe. Besser gesagt: gelesen. Auf dem kleinen Tischlein im Wartebereich von Brigittes Laden mit dem wunderschönen Namen Natürlich schön lag ein Werbeflyer aus .„Rauhnächte – die Kraft der 12 magischen Nächte“. Und ich dachte: so für mich im Stillen „Schon wieder so ein esoterischer Mist! Mit was sich die Leute nicht alles so beschäftigen…“.

Auch Psychologen unterliegen Vorurteilen
Naja, ich geb’s ja zu. Auch wir Psychologen unterliegen Vorurteilen. Ich hatte meine perfekte Frisur und als ich Brigittes Laden verließ, waren die Rauhnächte und der komische Flyer bereits wieder aus meinem Sinn. Dass ich nur wenige Jahre später selbst die Rauhnächte ausprobieren würde und sogar ein eigenes Online-Programm Rauhnächte to GO! auf die Beine stellen würde, das hätte ich damals bei der Friseurin meines Vertrauens im Leben nicht gedacht.

13 Wünsche – Zurück in die Kindheit
Immer wieder begegneten sie mir, die Rauhnächte. Meistens in Gesprächen  mit tollen Menschen. Menschen, die für mich so gar nicht in die Esoterik-Ecke passten. Und so war es die Neugier, die mich dazu bewegte, sie auch mal „auszuprobieren“. Okay –  und auch das gebe ich zu –auch die Hoffnung, dass eine magische Kraft mir alles abnehmen würde. Meine Wünsche an das Leben auf wunderbare Weise erfüllen würde. Und ich es nicht selbst machen muss. Von was ich spreche? Vom Rauhnachts-Ritual der 13 Wünsche.

Eigentlich könnte dieses Ritual genauso gut aus einem Weihnachts-Kinderbuch stammen. Ein klein wenig fühlt sich das Ritual der 13 Wünsche an wie damals, als wir als Kinder noch fleißig einen Wunschzettel an das Christkind geschrieben haben. In der Hoffnung, dass unter dem Christbaum die heiß ersehnte Puppe aus dem Otto-Katalog dann auch wirklich liegen würde.

Vor dem eigentlichen Beginn der Rauhnächte schreibt man seine Wünsche für das kommende Jahr auf kleine Zettel. 13 an der Zahl. Dann faltet man die Zettel, so dass man nicht mehr lesen kann, was auf ihnen drauf steht. In jeder Rauhnacht zieht man dann einen der 13 Zettel und verbrennt ihn feierlich mit netten Worten an das „Universum“. Ihr wisst schon. Ich hatte zwar damals1988  im Matheabitur 0 Punkte, aber das bekomme ich jetzt rein rechnerisch doch noch hin:

13 – 12 = 1
13 Wünsche     MINUS     12 Rauhnächte     IST GLEICH     ein Wunschzettel bleibt übrig.

Und das ist dann der Wunsch, für dessen Umsetzung man selbst sorgen muss. Um alle anderen „kümmern“ sich wie gesagt ‚höhere‘ Kräfte. Das Universum. Oder was auch immer.

Letztes Jahr musste ich übrigens herzhaft über mich selbst lachen. Habe ich doch ausgerechnet den Wunsch als Aufgabe bekommen, den ich am liebsten gerne an irgendwelche Wundermächte abgegeben hätte: Mehr Beweglichkeit für meinen Körper. Naja, dafür hat mich dieses Jahr mein 13.ter Wunsch sehr berührt: „Ich wünsche mir viele schöne Begegnungen und Freundschaften mit liebevollen Menschen.“ Die Reaktion meiner besten Freundin Sabine? „Das bekommst DU locker hin!“ 🙂

#Herzensglück
Was hat das aber jetzt alles mit der Überschrift – mit Herzensglück – zu tun? In der 8. Rauhnacht – das ist der 01. Januar  geht’s darum, für sich ein Jahresmotto zu finden. Da ich schon seit vielen Jahren immer eine Neujahrswanderung mache und immer mit einem Jahresmotto zurückkomme, war diese Rauhnachts-Übung für mich von Anfang an eine leichte. Auch in diesem Jahr machte ich mich auf den Weg. Diesmal mit meinem 8-Monate alten Hund Luke an der Seite (…. Ein Schelm, wer nun daran denkt, dass ich nur einen Hund habe, weil ich letztes Jahr doch selbst für meine Bewegung sorgen sollte…) Kaum war ich an Neujahr mit Luke aus der Haustür und stapfte mit meinen Winterboots durch die tiefverschneite Winterlandschaft den Berg hinauf, formte sich in mir das Wort Herzensglück. HERZENSGLÜCK. Was für ein Zufall. Was für ein wunderschönes Jahresmotto…. Okay, vielleicht war es ja auch die höhere Macht, die es mir per Good Vibrations sendete. Eines stand für mich jedoch gleich fest: HERZENSGLÜCK gebe ich nicht mehr her. Weder als Motto noch als sonst was.

Wie ein Jahresmotto helfen kann
Ich persönlich finde, dass ein Jahresmotto einem hilft, in herausfordernden Situationen gut zu entscheiden. Vor 2 Jahren lautete mein Jahresmotto „Klarheit“. Und tatsächlich habe ich das Jahr eingeleitet, in dem ich für Klarheit gesorgt habe. Ich habe mich nicht nur von einer langjährigen Freundin verabschiedet, sondern auch von meinem Mann getrennt. Nach 23 Jahren. Ich habe für Klarheit gesorgt, obwohl ich mich am liebsten im Nebel der Nicht-Entscheidungen aufgehalten hätte. Und siehe da: am Ende war die Trennung eine gemeinsame Entscheidung. Nein, sie fiel uns nicht leicht. Aber die Klarheit sorgte dafür, dass es allen besser ging. Mir. Meinem Mann. Und letztendlich auch unserem Sohn.

Im Corona-Jahr lautete mein Motto dann „Vorwärts“. Und auch in diesem wirklich schwierigen Jahr habe ich niemals den Kopf in den Sand gesteckt. Obwohl mir häufig danach war. Ich habe meinen Blick nach vorne gerichtet. Ich stand immer ein klein wenig auf den Zehenspitzen. Damit ich sehen konnte, was nach der Coronakrise alles Schöne auf mich warten würde. Okay, Corona ist zwar noch nicht vorbei, aber Herzensglück wird es schon richten…. 🙂  Gell?

Als ich mein diesjähriges Jahresmotto auf meiner Unternehmensseite von Facebook veröffentlichte, schrieb mir jemand, dass er schon immer wusste, dass ich wieder eine große Liebe finden werde.  Hmmmm….  „Finden“ bedeutet ja zeitgleich auch „Suchen“. Und genau da sträubt sich in mir innerlich alles: Erstens: Herzensglück hat nichts mit einem Partner an meiner Seite zu tun. Und zweitens: ich bin auch überhaupt nicht auf der Suche. Warum? Weil ich so glücklich bin, wie es ist.

Herzensglück - die kleinen Äpfel im Leben

 

#Herzensglück – Die kleinen Äpfel des Lebens
Und da wären wir bei meinem Jahresmotto angekommen. HERZENSGLÜCK. Dass Herzensglück mein Jahresmotto ist bedeutet doch nicht, dass ich unglücklich bin. Ganz im Gegenteil. Ich stehe jeden Tag mit Freude auf und bin gespannt, was der Tag und das Leben für mich bereithalten. Quasi, welche süße Äpfel für mich am Baum hängen. Und zwar nicht nur im Sommer und Herbst. Sondern auch im Winter. Und wenn ich genau hinschaue, dann nehme ich unfassbar viele Äpfel wahr. Und genau die sind es, die mein Herzensglück ausmachen. Die kleinen Äpfel des Lebens. Nicht der eine „große Wurf“ – die „eine große Ernte“, sondern die vielen kleinen Dinge des Alltags, die es zu schätzen gilt.

Es gibt so viele Möglichkeiten für ein Jahresmotto
Das Leben genießen – abgeben und zutrauen – loslassen  – zulassen – vertrauen  – weitermachen – dranbleiben – ankommen – Wachstum – Gesundheit – Ruhe und Gelassenheit. Einige haben mir ihr Jahresmotto geschrieben. Die Liste ist wunderschön zu lesen. Und zeigt: jeder von uns steht an einer anderen Stelle. Und genau das ist es, was das Leben ausmacht. So schön bunt macht.

Ich werde nun mein Herzensglück in die Welt tragen. Weil ich der festen Überzeugung bin, dass das, was ich teile, zu mir zurückkommt. Und sogar noch mehr. Na wie sieht’s aus? Magst du ein bisschen davon abhaben? Darf ich dir ein wenig von meinem Herzensglück schenken? 🙂

PS – Postskriptum

Hast du auch ein Jahresmotto? Wie lautet es und wie leitet es dich durch das Jahr?

Denk mal drüber nach …